Das Edelweiss-Kränzchen. Meine Erinnerungen und Erlebnisse.
Von Haimo Falkensteiner.

Der „Kränzchen-Obmann“ übergibt sein groß gewordenes „Baby“ und gibt uns einen Einblick in die 140jährige Geschichte.

Bis 1950 war mir das Kränzchen nur aus Berichten von meinem Vater und Franz Seinader und aus alten Fotos ein Begriff. Nach de Kriegsjahren sollte nun 1950 ein Neubeginn gewagt werden. Noch etwas kleiner, auf der Zistelalm. Es spielten die Flachgauer Musikanten. Bereits dieses erste Nachkriegs-Kränzchen war ein voller Erfolg. 1951 wurde wieder der Stadtsaal im Festspielhaus, ein wunderbarer Tanzsaal, wie in den Vorkriegsjahren, die Heimstätte.

Zwölf Jahre lang, bis 1962, war der Stadtsaal – heute Karl Böhm Saal – unsere Heimat. Dann mussten wir wegen des Festspielhaus-Neubaus leider weichen. Es gab als Übergang 1963 wieder ein kleines Kränzchen auf der Zistelalm und dann die Übersiedlung in das Kongresshaus. Das war natürlich eine neue Herausforderung. Die Dekoration, der Aufbau und das Abdekorieren gleich nach dem Ball-Ende.

Damals fanden wir in Prof. Walter Boschan einen Künstler und Freund, der die wunderbaren Bilder unserer Heimat schuf.

Bis zum Ende der Sechzigerjahre waren noch mein Vater – der alte Falki – und Franz Seinader bestimmend im Kränzchen-Ausschuss. Es war jedoch immer Teamarbeit! Dann übernahm Pertl Hammer als Obmann das Kommando und seit etwa 1981 wurde ich zum „Kränzchen-Obmann“, ein Titel, der mir nie behagte, ging es doch vor allem um die Gedanken und die Zusammenarbeit mit den Mitgliedern, denn ohne diese Zusammenarbeit wäre es uns als kleiner Verein nie möglich gewesen, diesen Erfolg zu erzielen und zu erhalten.

Nun noch etwas weiter zurück zu den Anfängen des Edelweiss-Kränzchens.

1881 wurde der Edelweiss-Club Salzburg – damals als Geselligkeitsverein – gegründet und bereits 1882 gab es das erste Kränzchen im damaligen Clubheim, dem Gasthof Ofenloch in der Riedenburg.

Im Verein gab es aber bald verschiedene Interessen: Die Einen waren für die Trachtenerhaltung, die Anderen für’s Bergsteigen. 1891 kam es dann zur Trennung in den Edelweiss-Club für die Bergsteiger und die Alpinia, den Trachtenverein. Das Kränzchen blieb aber beim Edelweiss-Club und wurde im Laufe der Jahre größer, der Saal im Clubheim wurde zu klein und es gab Jahre in verschiedenen Gasthaussälen im Andräviertel, bis 1892 das Curhaus zum Domizil wurde und es mit Unterbrechung durch den 1. Weltkrieg bis 1927 blieb. Ab dann der Stadtsaal im Festspielhaus bis 1939. All diese Jahre war es eigentlich ein alpenländischer Kostümball mit Devisen wie „Bauernhochzeit“, „Jagafest“, „Holzknechtball“ oder „Kraxlhuberball“. Der 2. Weltkrieg brachte wieder eine Unterbrechung.

Die Vorbereitung der Kränzchen war immer mit sehr viel Gedankenarbeit verbunden: Wie dekorieren? Welche Musik in welchem Saal? Woher bekommen wir Bäume und Girlanden? Viele Jahre haben wir die Bäume selbst geschlägert und die Girlanden von der Weihnachtsdekoration in der Stadt verwendet. Heute gibt es nur mehr frische Bäume, Kränze und Girlanden!

Es gab Veränderungen beim Kartenverkauf, die Platzreservierung und Verhandlungen mit dem Hotel Mirabell wegen unserer Ederlweisser-Alm.

Die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten.

Die größte Herausforderung aber war 1998 der Abriss und Neubau des Kongresshauses. Die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten begann und endete im Entschluss, das Kränzchen im Ausstellungszentrum abzuhalten. Die große Frage: Wie macht man aus den nackten Ausstellungshallen etwas zum Wohlfühlen? Die Suche nach Tanzböden, das Zeichnen der Pläne für die Behörden und anderen Firmen bezüglich Trennwände, Teppichböden, Garderobe, Beleuchtung, Tonanlage nahmen viel Zeit in Anspruch. Für das Aufziehen des Matterhorns bei 12 Meter Hallenhöhe waren unsere Kletterer gefragt. Wir haben auch das alles durch die Zusammenarbeit aller Mitglieder geschafft und sind mit einem blauen Auge durch diese drei Jahre gekommen.

2002 im neuen Kongresshaus musste wieder Vieles neu überlegt werden, aber durch die bewährte Zusammenarbeit im Club konnten wir auch hier das Beste daraus machen. Es gibt nun auf jeder Tanzfläche zwei Musiken und dadurch keine Pause bis vier Uhr Früh, wodurch die Stimmung bis in die Morgenstunden anhält! Mit Freude und Stolz können wir Edelweißer zurückblicken auf
140 Jahre Edelweiss-Kränzchen.

Dem nun jüngeren Organisationskomitee wünsche ich viel Erfolg und Freude bei dieser Arbeit.

Haimo Falkensteiner, November 2019